Das Auge und seine Bestandteile

Auf dieser Seite erklären wir Ihnen alle wesentlichen Elemente und deren Funktionsweise des menschlichen Auges. Dieses Verständnis ist oft wichtig um Krankheiten selbst und Behandlungsmethoden zu verstehen.

Querschnitt des menschlichen Auges

Augapfel lat. Bulbus oculi

Augapfel

Der Augapfel besteht zum größten Teil aus dem Glaskörper, einer gelartigen, klaren Flüssigkeit, die vor allem für einen ausreichenden Innendruck sorgt damit nicht alles in sich zusammenfällt.

Drei Schichten umschließen den Augapfel:

  • Innen – die Netzhaut
  • Mittig – die Aderhaut
  • Außen – die Lederhaut

Augenmuskeln

Für die Beweglichkeit des Auges sind vier gerade und zwei schräge Augenmuskeln zuständig. Durch sie kann das Auge in viele verschiedene Richtungen gedreht werden.
Das Bild des rechten und des linken Auges liegen dabei genau übereinander. Egal aus welchem Blickwinkel, die beide Augen fixieren das gleiche Bild. Nur so ist räumliches Sehen überhaupt möglich. Die Muskeln sind auch für Nahsicht und Fernsicht zuständig. Sie sorgen für die nötige Feineinstellung.

Augenmuskeln
  • Der äußere gerade Muskel lat. musculus rectus lateralis, dreht das Auge beim Blick nach außen.
  • Der innere gerade Muskel lat. musculus rectus medialis, bewegt das Auge beim Blick nach innen, Richtung Nase.
  • Der obere gerade Muskel lat. musculus rectus superior, wird für die Blickrichtung nach oben benötigt.
  • Der untere gerade Muskel lat. musculus rectus inferior wird für die Blickrichtung nach unten gebraucht.
  • Der obere schräge Muskel lat. musculus obliquus superior, macht die Blickrichtungen nach unten und leicht nach außen, Rotationsbewegung, möglich.
  • Der untere schräge Muskel lat. musculus obliquus inferior, ist zuständig für die Blickrichtungen nach oben und nach außen.
  • Der Lidheber lat.musculus levator palpebrae superioris sorgt für das Heben und Senken des Oberlids.

Augenkammern lat. Camerae bulb

Die Augenkammern sind in ihrer Ausdehnung sehr viel kleiner als der Glaskörperraum und nicht von einer gallertartigen Masse ausgefüllt, sondern mit Kammerwasser. Das Kammerwasser besteht aus Elektrolyten, Eiweiß, Zuckern, Ascorbin- und Hyaluronsäure und anderen Bestandteilen. Es dient für die Ernährung der Linse und der Hornhaut und hält das Auge in seiner Form.

Alle Augenkammern
  • Die hintere Augenkammer wird nach hinten durch die Linse, nach vorne durch die Iris begrenzt. Der Ziliarkörper in der hinteren Augenkammer sorgt für die Produktion des Kammerwassers.
  • Das Kammerwasser gelangt durch eine Lücke zwischen Linse und Iris in die vordere Augenkammer. So sind beiden Kammern ständig mit Kammerwasser gefüllt.
  • Im Kammerwinkel, das ist der Winkel, den Iris und Hornhaut bilden, wird das Kammerwasser durch winzige Spalten in einen kleinen Kanal, den Schlemmschen Kanal, aufgenommen und von da aus in das Blut abgegeben. Ist dieser Abfluss behindert, erhöht sich der Innendruck.

Augenlider lat. Palpebra

Augenlider

Die Augenlider sind dünne Hautfalten, die die Augen schützen. Es gibt ein Ober- und ein Unterlid, die Öffnung zwischen beiden wird Lidspalte genannt.
Damit sich die Augenlider sehr schnell öffnen und schließen können, ist es wichtig, dass die Oberfläche der Hornhaut stets gut mit Tränenflüssigkeit benetzt ist.
Ein Mensch blinzelt durchschnittlich etwa 10 – 12 mal pro Minute.
Zum Schutz, bei drohenden Gefahren schließen sich die Lider reflexartig um das Auge vor Verletzungen zu schützen.

Aderhaut lat. Choroidea

Aderhaut

Die Aderhaut liegt eingebettet zwischen Netzhaut und Lederhaut.

Sie besteht aus drei Schichten, ihr Geflecht aus Blutgefäßen dient der Ernährung der umliegenden Strukturen im Auge. Die Aderhaut selbst hat keine sensiblen Nervenfasern, daher weisen Schmerzen stets auf eine Beteiligung benachbarter Bereiche hin. Der Blutfluss durch die Aderhaut ist der stärkste des gesamten menschlichen Körpers.

Bindehaut lat. Konjunktiva

Bindehaut

Im vorderen Bereich des Auges ist eine Schleimhaut, die Bindehaut.

Sie verbindet Augapfel und Lider, durch verschiedene Falten ermöglicht sie die Beweglichkeit in alle Richtungen. Sie sorgt, zusammen mit dem Tränenfilm, für ein reibungsfreies Gleiten des Augapfels.
Die Bindehaut ist farblos und relativ dünn. Zudem ist sie gut durchblutet, so dass auch, in ihr, Blutveränderungen erkennbar sein können.

Blinder Fleck

Blinder Fleck

Den Blinde Fleck sieht man normaler Weise nicht, da er nicht in beiden Augen am gleichen Fleck ist. Daher wird er von dem Bild des jeweils anderen Auges überdeckt.
Der Blinde Fleck existiert, weil die Fasern der Sehnerven an den Sehzellen ansetzen, dort ein Stück weit im Inneren verlaufen um dann an einer Stelle gemeinsam aus dem Auge austreten – in der Papille.

Gelber Fleck lat. Macula Lutea

Gelber Fleck

Die Makula ist der Punkt des schärfsten Sehens. Hier ist die höchste Dichte an Sehzellen zu finden.
Fixiert man mit den Augen ein Objekt, wird das Licht dieses Objekts beim gesunden Augen durch die Linse, genau in den Bereich des Gelben Flecks geworfen. Die namensgebende Farbe des Gelben Flecks kommt durch die hohe Konzentration verschiedener, Carotin ähnlicher Pigmente, die auch der Karotte ihre Farbe verleihen, in der Netzhaut zustande. Beim Blick auf den Augenhintergrund durch eine Augenhintergrundspiegelung erscheint der gelbe Fleck jedoch kaum auffällig.

In diesem Bereich befindet sich auch die Sehgrube (Fovea), eine im Zentrum des sogenannten Gelben Flecks gelegene Einsenkung, beim Menschen ~1,5 mm Durchmesser, ist der Bereich des schärfsten Sehens der Netzhaut.

Glaskörper lat. Corpus vitreum

Glaskörper

Der Glaskörper befindet sich zwischen Linse und Netzhaut und nimmt etwa zwei Drittel des Augapfels ein. Er besteht zu 98% aus Wasser, die restlichen 2% werden von Kollagen und Hyaluronsäure gebildet. Die Beschaffenheit des Glaskörpers ist gelartig, dadurch und durch den auf die umliegenden Strukturen ausgeübten Druck trägt er maßgeblich zur Form des Augapfels bei. Beim Gesunden ist der Glaskörper lichtdurchlässig und transparent. Bei älteren Menschen kann es jedoch zu Veränderungen der Beschaffenheit kommen, oft wird der Glaskörper zunehmend flüssiger, was zu einer unregelmäßigen Struktur führen kann.

Hornhaut lat. Cornea & Lederhaut lat. Sklera

Hornhaut und Lederhaut

Die Hornhaut liegt vor der Pupille im vordersten Teil des Auges, besitzt keine Gefäße und ist durchsichtig. Sie besteht zu 70% aus Wasser und ist mit einem Tränenfilm benetzt. Die Hornhaut ist der Teil des Auges, der für etwa zwei Drittel der Lichtbrechung verantwortlich ist.

Die Lederhaut gibt dem Auge die weiße Farbe. Sie übernimmt eine Schutzfunktion, indem sie eine feste Hülle um den Augapfel bildet und diesen fast komplett umschließt.

Kammerwinkel lat. Angulus iridocornealis

Kammerwinkel

Die anatomische Struktur, welche Hornhaut und Iris in der vorderen Augenkammer bilden, wird als Kammerwinkel bezeichnet. Durch ihn fließt das Kammerwasser ab. Ist er krankhaft verändert, kann es zu einer Abflussstörung mit Augeninnendrucksteigerung und zur Bildung eines Glaukoms kommen. Degenerative Erkrankungen des Kammerwinkels sind das pathologische Korrelat für das chronische Offenwinkelglaukom und gehören somit zu den häufigsten Ursachen für Erblindung.

Linse

Linse

Die Linse liegt zwischen Hinterer Augenkammer und Glaskörperraum.
Die Linse, ist ein durchsichtiger und verformbarer Körper, durch den das Licht ins Augeninnere fällt. Sie liegt zwischen Hinterer Augenkammer und Glaskörperraum. Sie ist bikonvex geformt, wobei die Hinterseite stärker gebogen ist als die Vorderseite. Über elastische Fasern, die Zonulafasern, ist die Linse mit dem Ziliarkörper verbunden.

Die Linse besitzt zwei besondere Fähigkeiten, die für das Sehen, wie wir es kennen, sehr wichtig sind:
Sie kann das Licht so brechen, dass es punktförmig fokussiert wird.
Durch ihre Verformbarkeit, sind unterschiedlich weit entfernte Dinge scharf zu erkennen.

Stärke im Zentrum ca. 4 mm stark,
Durchmesser ca. 6 – 8 mm.
Gewicht ca. 1,7 Gramm
Brechkraft reicht von 19 – 34 Dioptrien.

Netzhaut lat. Retina

Netzhaut

Die Netzhaut sitzt auf der Innenseite des Auges, sie ist ein wahres Wunderwerk. Sie kleidet die Innenseite des hinteren Auges aus. Millionen von Zellen arbeiten hier unheimlich schnell und effektiv zusammen. Ihre Aufgabe ist die Aufnahme von Lichtsignalen und die anschließende Umwandlung in elektrische Signale, welche dann ans Gehirn weitergeleitet werden.

Die Netzhaut enthält verschiedene Rezeptortypen, Zapfen und Stäbchen. Etwa 7 Millionen Zapfen (Rot-, Grün- und Blauzapfen) sind für das Farbensehen, sowie das Sehen bei Helligkeit zuständig. 120 Millionen Stäbchen übernehmen bei Dämmerung und Dunkelheit.

Pupille

Pupille

Die Pupille ist die Öffnung im Zentrum der Regenbogenhaut, durch die das Licht ins Augeninnere gelangen kann. Gemeinsam mit der Regenbogenhaut ist sie für die Regulation des Lichteinfalls auf die Netzhaut verantwortlich.
Ist es hell, spannt sich der Musculus sphincter pupillae an und bewirkt so eine Verengung der Pupille. Ist es dunkel, spannt sich der Musculus dilatator pupillae an und erweitert so die Pupille.
Die Pupillenweite kann in der Medizin wichtige Hinweise geben, daher ist der „Pupillenreflex“ in vielen Bereichen sehr wichtig.
Die Verschaltung von Nervenbahnen führt bei Leuchten ins Auge zu einer Verengung der Pupille (direkte Reaktion). Daneben gibt es auch eine indirekte Reaktion: die gleichzeitige Verengung des anderen Auges.

Regenbogenhaut griech. Iris

Regenbogenhaut

Die Regenbogenhaut trennt die vordere von der hinteren Augenkammer. In ihrer Mitte befindet sich eine Öffnung, die Pupille. Die Regenbogenhaut fungiert als Blende ähnlich wie die einer Kamera, sie regelt den Lichteinfall ins Augeninnere

Sehnerv lat. Nervus opticus

Sehnerv

Als Sehnerv bezeichnet man den Strang an Fasern, der die auf der Netzhaut des Auges entstehenden Signale ins Gehirn leitet. Genau genommen handelt es sich bei dem Sehnerv gar nicht um einen richtigen Nerven, sondern um einen Teil des Gehirns, da die Netzhaut in der Embryonalentwicklung als eine Ausstülpung des Hirns auftritt.

Tränenapparat lat. Apparatus lacrimalis

Tränenapparat

Der größte Teil der Tränen produziert die unter dem Oberlid liegende Tränendrüse. Nur etwa 1% der Tränenflüssigkeit kommt von den zusätzlichen Tränendrüsen, die in der Bindehaut liegen. Über mehrere Ausführkanäle wird die Tränenflüssigkeit abgegeben und durch blinzeln der Lider auf dem Augapfel verteilt. Die Tränen sammeln sich in den Lidwinkeln und werden dann von den Tränenpünktchen aufgenommen und durch die Tränenröhrchen durch einen Kanal zum Tränensack und von dort durch die Nase nach außen geleitet. Ein gesunder Mensch bildet täglich ca. 2-4 ml Tränenflüssigkeit. Der Tränenfluss nimmt im Alter merklich ab.

Ziliar- oder Strahlenkörper lat. Corpus ciliare

Ziliarkörper

Der Ziliar- oder Strahlenkörper dient der Aufhängung der Linse und der Akkommodation*. Er ist außerdem an der Produktion des Kammerwassers beteiligt.

*Akkommodation (von lateinisch accommodare „anpassen“, „adaptieren“, „anlegen“, „festmachen“)

Zonulafasern (Zonula ciliaris)

Zonulafasern

Die Zonulafasern halten die Linse und verbinden sie mit dem Ziliarmuskel.
Die Zonulafasern spielen für das Scharfsehen eine wichtige Rolle. Dafür werden die Ziliarmuskeln angespannt oder entspannt.
Die Zonulafasern trennen das Kammerwasser, vorne zwischen Hornhaut und Linse, von dem Glaskörper, im Augeninneren.

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